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Reinhold Grimm (1931-2009)

ein Nachruf von Günter Kunert

Der bedeutende und in der Germanistik wohlbekannte Reinhold Grimm ist tot. Ein großer Verlust für den "Fachbereich", für unseren Club, insbesondere aber für mich, der ich mit ihm seit Jahren kontinuierlich korrespondiert habe. Unser Verhältnis, so ließe sich sagen, war das zwischen Lehrer und Schüler. Grimm verfaßte zahlreiche Untersuchungen meiner Arbeiten und schickte mir jeweils die Sonderdrucke dieser Publikationen. Ohne ihn hätte ich auf wichtige Selbsterkenntnisse verzichten müssen. Seine Genauigkeit, seine nachtwandlerische Sicherheit bei der Analyse meiner Texte, nicht zu vergessen: sein Humor, seine Ironie bei diesen Unternehmen, bereicherten mich sehr. Sein letzter Brief ist vom 15.2.09, also zwei Tage vor seinem Schlaganfall geschrieben: "Gesundheitlich sieht es hier leider recht trübe aus. Vor einiger Zeit mußten wir meine Frau in ein Pflegeheim bringen, und mir blüht derlei vielleicht ebenfalls. Ich (...) mache mich heute an 'Old Kunert'. Wenn das Ergebnis etwas taugt, schicke ich es Ihnen als kleine Geburtstagsgabe. Gratulieren, und zwar aufs schönste, möchte ich schon jetzt; denn wer weiß, was bis Mitte März geschieht..." Diesen Zeitpunkt hat er nicht mehr erlebt. Er war ein Jahr jünger als ich, also im besten Alter. Ich werde ihn vermissen, ebenso unser Club, ebenso die von ihm mit Gefühl und einem scharfen Verstand betriebene Wissenschaft. Was er zutage gefördert und übersetzt und veröffentlicht hat, wird sein Andenken im großen Reich der Literatur bewahren.

Günter Kunert


Den Worten von Günter Kunert möchte ich mich anschließen. Für jemand. der gemeinschaftlich mit dem Kollegen Reinhold Grimm an vielen Tagungen teilgenommen und Jahre hindurch einen Gedankenaustausch mit ihm unterhalten hat, bedauere ich zutiefst den mich sowohl persönlich und beruflich treffenden Verlust.

Guy Stern

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