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Schreiben
heisst Schreien
für alle
die stumm sind
und ohne Macht
die Pflanzen
die Tiere
die Kinder
die Greise
die Kranken
für alle Verfolgten
für unser
besseres
Selbst
Insel
Taub
vom Echo
weltweiten Schreis
der Folter
Angst und Qual
durch blühende Gärten gehn
Himmelswale
violettgrau
im Dämmerlicht ziehen
nach Osten nach Osten
Baumgeästel
unter den Bäuchen
und diese Stadt –
Vineta
Nomadenschatten
schräg
Mann Kind Frau
zwischen den Zeiten
noch immer
wohin
Die Flut
Dem Meer entstiegen
einst die Ahnen
vermehrten sich
verheerend
uns ein
sie holt
die Flut
nun steigt
Da ziehen die Tiere
von Altamira
durch mein Fenster
Wisent Hirsch und Pferd
in flockigem Grau –
sie werfen
aus lichter Kuppel
die Speere
auf uns
© für alle Gedichte: Irène Bourquin.
Die Gedichte "Schreiben", "Insel", "Himmelswale" und "Nomadenschatten" sind dem Gedichtband «Im Auge des Taifuns»,
1992 erschienen im pendo-Verlag, Zürich, entnommen.
Die Gedichte "Da ziehen die Tiere" und "Die Flut" sind dem Gedichtband "Das Meer im Dachstock", 1995 erschienen im
pendo-Verlag, Zürich, entnommen.
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