P.E.N. Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland
Auszüge aus
CAPESIUS, DER AUSCHWITZAPOTHEKER
I
DIE AUGENZEUGEN
Sie treiben uns zu den Duschräumen. Ich sehe lohende Flammen in einem langen Graben, höre Kreischen,
Kinderweinen, Hundegebell, Revolverschüsse. Die hohen Flammen verdecken hüpfende Schatten. Rauch, Flugasche
und Geruch von versengten Haaren und Fleisch erfüllt die Luft. »Es kann nicht wahr sein«, schreit mein Nachbar.
Kinder, Frauen, Kranke werden von Deutschen Schäferhunden lebend in die Flammen getrieben. Eine Hitzewelle.
Dann Schüsse. Ein Rollstuhl stürzt mit einem Alten in die Flammen; ein schriller Schrei. Säuglinge fliegen
wie weiße Blumenkelche in hohem Bogen ins Feuer... Ein Junge läuft um sein Leben, Schäferhunde jagen ihn, er
wird in die Flammen gestoßen. Ein Schrei bleibt zurück. Eine Frau mit entblößter Brust stillt ihr Kind.
Sie fällt mit dem Säugling in die Glut. Ein Schluck Muttermilch bis zur Ewigkeit.
Adam hat es gesehen, Adam weiß es, er weiß etwas, was wir nicht wissen, und nie wissen werden.
Aber er hat überlebt.
Also weiß auch er nicht, was die Toten wissen.
Und als Überlebender hat er Schuldgefühle.
Schreiben hat ihm überleben geholfen. Er hat „dort“ geschrieben, deutsch hat er geschrieben.
Adam: Ich bin Deutscher, erst sie haben mich zum Juden gemacht. Deutsch ist meine Muttersprache. Wenn ich nicht
mehr konnte, wenn es so unerträglich wurde, dass ich am liebsten wie meine Leidensgenossen mit ins Feuer, mit in
die brennende Menschengrube gesprungen wäre, dann schob ich es IHR zu, der Mutter Sprache, als könnte nur sie es
heilen, sie alleine. Hier lies, ich kann es nicht vergessen.
Und er reichte mir eines seiner Blätter mit winziger Schrift.
»Aber das Leben muss weitergehen«, sagte er. Und starrte geradeaus. Wenn er ins Zimmer tritt, spürt man nur ihn,
er füllt das ganze Zimmer, das ganze Haus aus; seine Anwesenheit verändert den Raum. Alle verstummen, werden still.
(…)
In Adams winzigen Papier-Röllchen auf deutsch, die aussehen wie Minipapyrusrollen, stand auch das, was sogar er vergessen
hatte, ja, vergessen musste, um weiter leben zu können. Er holte diese Röllchen hervor, als wären sie die Zeugen, nicht
er, und als beginne mit ihnen erst jenes… ja, jenes… Er nahm sie mit zögernder Hand aus dem uralten verschlissenen
Schreibtisch, zaghaft, als wären sie etwas, das nicht in diesen Alltag, in diese Welt gehört, nicht wahrnehmbar, nicht
sichtbar sein kann, als wären es Abschriften der verbrannten Thorarollen, so fasste er sie an… diese vergilbten
Papierröllchen… auf seiner flachen Hand lagen sie… und er beugte sich plötzlich über sie… und roch daran… Dann hielt
er sie auch mir hin… als wollte er mir etwas mitteilen, was anders unmöglich mitteilbar ist… nein, sie rochen nicht
nach altem Papier… immer noch war Rauch, Asche, und der Geruch von verbrannter Haut in ihnen…
Ich höre Adam reden, ich höre seine Telefonstimme, stundenlange Telefonate… Ich höre seine Tonbandstimme. Und ich höre seine
„wirkliche“ lebendige, leicht nasale leise, bedächtige Stimme. Und immer sprach er ja Deutsch, deutsche Worte, Sätze. Einmal
hatte ich ihn gefragt, wie er denn überhaupt noch deutsch ertragen könnte nach „all dem“. Da war er richtig heftig geworden:
»Deutsch ist doch meine Muttersprache, meine Geliebte«, rief er: »die einzige, die ich nie verlieren werde. Erst diese
SS-Typen haben mich zum Juden machen wollen, das wusste ich vorher gar nicht, dass ich Jude bin, ich war doch Deutscher mit
dieser Sprache, die ich schon als Kind lallte. Sie tröstete. Sie weinte dann dort in mir, meine Sprache. Ich hörte sie deutlich
weinen, wenn diese Tiermensch-Typen, die zwar aus Deutschland kamen, aber kein richtiges Deutsch sprachen, „Deutsche“ waren,
doch oft nur falsche „deutsche“ Sätze rausbrüllten, Anal-Phabeten, die auf Deutsch nur bellen konnten. Ich wehrte mich, ich
war der Deutsche und sie die Tiere… klar, und sie haben es nicht geschafft, mich zum Juden zu machen, ich bin Deutscher UND
Jude „ein Geschenk“«, lachte er bitter auf, »bleibe es mit all meinen Gefühlen, meiner Existenz, meinen Gedichten und Tagebüchern,
diese Nichtdeutschen und Henker dürfen nicht noch nachträglich siegen, indem SIE ganz generell fürs „Deutsche“ stehen…«
Doch wo ist Adam? War es ein Traum, dass Adam da gewesen war? Nein, wir haben die gleiche Luft geatmet in Schäßburg, in seiner
Wohnung; wir haben nächtelang in dieser Kleinstadt-Ruhe miteinander gesprochen. Und die „Röllchen“ waren da, ich konnte sie
anfassen, sie schienen zu glühen, alles zu verbrennen, Feuer ohne Asche, ich konnte darin lesen; dort STEHT es, bleibt für immer,
das erlebte Grauen, es lässt sich nicht wegwischen, es ist tief eingebrannt, nachdem wir es gelesen haben – mit Schaudern, und
in keinem der Dokumente, in keinem der anderen Berichte greift es so nach uns, und wird zum Alptraum.
(…)
Ella Salomon: Alles begann für uns am 26. Mai 1944. Mit der
Deportation. Wir sahen den freien Himmel Gottes vier Tage und drei Nächte nicht. Dass wir unsere Notdurft nur drinnen verrichten
durften, machte die Lage unerträglich. Einige wurden verrückt. Neben mir lag eine Frau im mittleren Alter. Innerhalb einer Nacht
wurden ihre Haare weiß.
Die Erinnerung an zwei Mädchen-Zwillinge lässt mich immer noch nicht los: Am zweiten Morgen unserer Fahrt im Viehwagen nahm ich sie
auf den Arm und kletterte mit ihnen zu der schmalen Öffnung des Waggons, damit meine kleinen Reisegefährtinnen etwas Luft bekämen.
Sie waren sechs Jahre alt, schön, gesund und sehr klug. Sie haben mich pausenlos mit ihren Fragen bombardiert. Fragen, auf die ich
nicht antworten konnte. Sie waren die Töchter von Dr. Mauritius Berner. Ihren Vater traf ich später in Jerusalem. Aber die Mädchen
sind in Rauch aufgegangen. Ihre Körperwärme auf meinem Schoß … ich fühle sie noch heute.
Dr. Mauritius Berner: Da sehe ich auf einmal in einer Kolonne von Frauen, die gerade jetzt nach rechts und nach links gewiesen
werden, meine Frau mit den Kindern. Ich laufe zum deutschen Offizier und bitte ihn, er möge mir erlauben, dass meine Frau und meine
Kinder bei mir bleiben dürfen. Ich berufe mich darauf, dass auch ich Arzt bin (da wir Ärzte in einer separaten Gruppe aufgestellt sind,
folgere ich, dass wir als Ärzte arbeiten werden) und dass ich drei Kinder habe, von denen zwei Zwillinge sind, die mehr Pflege bedürfen.
»Zwillinge? Rufen Sie sie zurück«, sagt der Offizier. Ich laufe ihnen glücklich nach, rufe den Namen meiner Frau und die Namen meiner
Kinder. Sie drehen sich um, und ich laufe ihnen nach und bringe sie zurück. Der Offizier nimmt uns mit zum selektierenden Arzt und
meldet ihm, dass die beiden Kinder Zwillinge seien. Der zweite Offizier aber schaut sie gar nicht erst an; mit einer abwehrenden
Handbewegung sagt er: »Später, jetzt habe ich keine Zeit.«
»Sie müssen halt wieder zurück zu ihrer Gruppe, von welcher ich sie herausgeholt habe«, sagt der Offizier. Und dann auf Ungarisch:
»Weinen Sie nicht, ihre Frau und die Kinder gehen nur baden, in einer Stunde werden Sie sich wieder sehen.« Es war Dr. Capesius.
Aussage der Zeugin Salomon, geb. Böhm [betreffend den Angeklagten Capesius]:
Ich heiße mit Vornamen Ella, bin 44 Jahre alt, verheiratet, von Beruf Professorin, wohnhaft in Odorhei/Rumänien.
Wir sind Ende Mai 1944 in einem Eisenbahntransport in Auschwitz angekommen, es kann der 30. oder der 31.5., vielleicht auch der
29.5.1944 gewesen sein. Wir kamen aus dem Ghetto in der Nähe von Odorhei.
Vor unserer Verhaftung habe ich bereits den Dr. Capesius gekannt. Mein Vater hat mich in sein Ordinationszimmer gerufen und hat mir
gesagt, dass ein Apothekeronkel da sei und mir etwas schenken wolle. Dr. Capesius war lieb zu mir, er schenkte mir Löschpapier und
ein Notizbuch.
Ich habe Dr. Capesius wieder in Auschwitz gesehen. Ich habe ihn auf der Rampe erblickt.
Unbekannte, grobe Stimmen forderten uns nach unserer Ankunft in Auschwitz auf, auszusteigen und uns aufzustellen.
Dann hörte ich seine Stimme, die folgendes sagte: Wer müde sei, der könne in ein Auto einsteigen, der käme in ein Schonungslager.
Ich war sehr müde. Ich wollte mit dem Auto mitfahren. Aber meine Mutter war dagegen, und ich mußte zu Fuß gehen. Dr. Mengele hat
meine Mutter gefragt, wie alt sie sei. Meine Mutter machte sich jünger und Dr. Mengele sagte zu ihr: »Dann lauf mit!«
Staatsanwalt Kügler sagte am 162. Verhandlungstag (24.05.1965) zum Fall des Angeklagten Dr. Viktor Capesius: … Das Einmalige
und Ungeheuerliche dieser Situation war für Capesius, dass er es nicht nur mit der namenlosen Masse zu tun hatte, sondern dass er sich
urplötzlich Menschen gegenüberfand, die er von früher her persönlich oder beruflich kannte, die völlig arglos waren, in der Begegnung
mit ihm ein glückliches Zeichen sahen und ihm vertrauten. Was für ein Mensch muß dieser Dr. Capesius sein, der - wissend, dass die von
ihm durch eine Handbewegung nach links Dirigierten nur noch ein oder zwei Stunden zu leben hatten - die Familien seiner alten Bekannten
und Geschäftsfreunde, ihre Frauen und Kinder mit einem freundlichen Lächeln und einigen beruhigenden, zuversichtlichen Worten in den
Tod schickte…
Wieviel Gefühlsrohheit, welch teuflischer Sadismus, welch erbarmungsloser Zynismus gehören dazu, um sich so zu verhalten, wie dieser
Unmensch es damals tat! Dabei hätte es ihn, den Hauptsturmführer der SS, buchstäblich nur ein Wort, nur einen Wink gekostet, um den
wenigen, die gegenüber der Masse kaum ins Gewicht fielen, das Leben zu schenken. Dass er das nicht nur nicht getan, sondern im
Gegenteil mit falschen, lügnerischen Worten den Ahnungslosen das Besteigen des den Tod bedeutenden Lastwagens schmackhaft machte,
ist so unfassbar, dass Ausdrücke wie teuflisch, diabolisch, satanisch viel zu schwach für ein solches Verhalten sind. Für die
Intensität des Täterwillens zum Mord sprechen auch die Aussagen der nachgenannten vier Frauen:
Vera Alexander: Capesius hat unsere Blockärztin Frau Dr. Böhm einmal auf dem Block besucht. Zu mir sagte er, wenn ich mich
krank fühle, könne er mich in ein Schonungslager bringen. Damals wusste ich, was das bedeutet und sagte, so krank sei ich noch nicht.
Magda Szabo: Bei der Ankunft sagte der Offizier, das Lager sei noch weit. Die älteren Leute, Kranke, Schwache und Kinder,
sollten fahren. Er sprach sehr schön, sogar in Ungarisch. Er hatte ein breites Gesicht. Es war Capesius. So ein Gesicht vergißt
man nicht leicht.
Mariana Adam: Als wir im Juni 44 ankamen und in Fünferreihen aufgestellt wurden, stand ein breitschultriger, starker
SS-Offizier mit starken Backenknochen da, der freundlich und gemütlich war. Er war munter, hat gelacht, war jovial und gutmütig.
Er sprach außerordentlich gut Ungarisch. Wer müde sei, solle auf die andere Seite gehen. Dort sei ein Schonungslager. Alles dort
sei schön und gut. Wir könnten dort unsere Verwandten wiedersehen. Viele Bekannte gingen dorthin. Ich instinktiv nicht. Ich wollte
mit den Freundinnen auf der anderen Seite bleiben. Etwa 100 von den Frauen gingen so in den Tod.
Ella Salomon: Auf der Rampe sagte Capesius: Wenn Sie müde sind, steigen Sie ein. Sie kommen auf einen Schonungsblock. Ich war
sehr müde und wollte fahren. Deshalb bekam ich Streit mit Mutter. Dr. Mengele kam und fragte, was los sei. Die Mutter machte sich ein
paar Jahre jünger. Dr. Mengele sagte zu ihr, Du kannst laufen. So blieben wir beide am Leben.
Der Staatsanwalt schloss sein Plädoyer mit den Worten:
Und wir leben in der Bundesrepublik Deutschland, die die Todesstrafe nicht mehr kennt, obwohl eine ganze Anzahl unter diesen
Angeklagten - das ist meine feste Überzeugung - diese Todesstrafe verdient hätte. Die absolute Strafe, die das deutsche Strafgesetzbuch
für den Mord vorsieht - lebenslanges Zuchthaus -, die wenigstens sollte diejenigen Angeklagten treffen, die als Täter schuldig geworden
sind. Vielleicht wird der Aufenthalt im Zuchthaus das Wunder vollbringen und die Angeklagten zur Einkehr, zur inneren Besinnung und zur
Aufrüttlung ihres Gewissens bringen, eines Gewissens, von dem wir bisher nichts zu spüren bekamen. Vielleicht werden die Angeklagten
dann den Unterschied zwischen einem Rechtsstaat und einem Unrechtsstaat erkennen und ihr Schicksal mit dem vergleichen, das sie ihren
unglücklichen Opfern bereitet haben. Eines müssen sie sich sagen: Anspruch auf Milde haben sie nach den Gesetzen dieses Staates nicht
und sie sollten sie auch nicht erwarten. Denn Milde ihnen gegenüber wäre fehl am Platze. Oberstaatsanwalt Dr. Großmann hat sein
einleitendes Plädoyer mit den Worten des Herrn Bundespräsidenten begonnen. Darf ich mein Plädoyer mit den Worten eines anderen
Staatsoberhauptes, des verstorbenen französischen Staatspräsidenten Auriol, beschließen: »Wir sind bereit, zu vergessen, wenn die
Deutschen bereit sind, nicht zu vergessen.«
Adam: Das Einmalige in ganz Auschwitz war ja, dass Capesius so vielen Bekannten, nicht nur Ärzten und Apothekerkollegen mit ihren
Familien auf der Rampe begegnete, die er als Todesengel zusammen mit Klein und Mengele selektierte, und sich weder in jenem
entscheidenden Augenblick, noch nachher bewusst wurde, dass er ein Verbrechen beging; von einem Gewissenskonflikt keine Spur.
Doch Capesius war auch das Sprachrohr von Mengele, übersetzte und befahl auf Ungarisch, was die Opfer zu tun hatten. Es ist
unglaublich, wie er das beim Prozess alles zu seinen Gunsten zu drehen versuchte.
(…)
CAPESIUS: Ich kann nur sagen: Ich kannte den Dr. Nyiszli gut, kannte ihn noch aus meiner Bayervertreterzeit in Siebenbürgen.
Und er hat grässliche Sachen dort mit dem Sonderkommando erlebt, ein Wunder, dass sie ihn als Mitwisser nicht umgelegt haben. Doch
der Mengele brauchte ihn. Einmal, so hat er erzählt, da sei der Klehr, der leitete ja das Vergasungskommando, in sein Zimmer gestürmt,
und der habe aufgeregt erzählt, dass sich ein noch lebendes Mädchen tief unter dem Leichenberg in der Gaskammer bewege; und Nyiszli
sei mit seiner Arzttasche in die Gaskammer gelaufen, und da, tatsächlich an der Wand - nur halb überdeckt mit Leichen, ein Mädchen,
nackt wie alle, aber wunderschön wie ein röchelnder Engel – die habe dagelegen…
Adams Tagebuch: Und das war noch nie vorgekommen, das Sonderkommando fassungslos, entsetzt, sogar Klehr. Befreit dann von den
Leichen, brachten wir die Fünfzehnjährige in den Umkleideraum des Kommandos, drei Stärkungs-Spritzen in den Arm. Und der Körper
eiskalt, zugedeckt mit einem Mantel. Aus der Küche heiße Suppe, Tee. Dann der Hustenanfall wie Schüttelfrost, dicke Schleimklumpen
aus den vom Gas zerstörten Lungen. Hat wieder Farbe. Das Leben kommt zurück. Blickt verwirrt um sich.
Das Mädchen immer lebhafter geworden, Kopf gehoben, die Arme, doch dann ihr Gesicht verzerrt, geschrieen, einzelne ungarische Brocken,
packt Nyiszli am Mantel, krampfhaftes Klammern, will sich aufsetzen, er legt sie zurück, Nervenzusammenbruch, erschöpft zurückliegen,
schwer atmen, und dann ersticktes Weinen. Stummes trocknes Weinen, kein Laut, kein Schluchzen mehr. Und Nyiszli auf sie eingeredet,
ungarisch, vertraute Laute. Taute auf, erste Worte: Hat jöwök.. Ich komme mit den Eltern aus Koloszvár. Dann Teetrinken, gierig.
Fleischbrühe auch. Etwas geschlafen. Das Mädchen retten!?
Aber da kommt der Muhsfeldt, macht Kontrolle. Sieht es. Das Mädchen auf der Bank. Nyiszli allein mit Muhsfeldt. Geredet. Doch der
Muhsfeldt hat zuerst den Kopf geschüttelt: »Hier gibt es keine Hilfe.« Das arme Mädchen wollte er in den Vorraum des Verbrennungssaales
bringen. Nach all dem, was sie erlebt hatte, da gestanden … gewartet…und dort wäre sie dann mit einem Genickschuss getötet worden …
Es heißt, doch ich weiß nicht, ob das stimmt, denn nachher hat niemand mehr etwas von ihr gehört… einige behaupten, sie sei wie durch
ein Wunder gerettet worden, sie durfte mit der Baubrigade gehen… War sie die Einzige, die von den vielen Millionen aus der Gaskammer,
den Tod überlebt hatte?
© 2006 by Dieter Schlesak.
Capesius, der Auschwitzapotheker wird ab Oktober 2006 im Dietz Verlag, Bonn, erscheinen.
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