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„Zeugen an der Grenze unserer Vorstellung?“ Es geht in diesem Buch um Autoren, die an diese Grenze herangeführt wurden,
um Lebensläufe, die von einem der blutigsten Jahrhunderte in der Menschheitsgeschichte zeugen. Es sind exemplarische
Lebensgeschichten und Persönlichkeiten, die zu einer Augenöffnung beigetragen haben, vor allem Lebensgeschichten aus
leidgeprüften östlichen Gegenden, im Besonderen aus der Bukowina und aus Transsylvanien.
Es sind oft „erlebte“ Essays, die aus persönlichen Bekanntschaften und Freundschaften, so mit E.M. Cioran, Moses Rosenkranz,
Alfred Margul-Sperber, Norman Manea u.a. erwuchsen; oft beeindruckende und lebensverändernde Zeitzeugenschaften zweier
Diktaturen und des Exils.
Warum heißt das Buch „Zeugen an der Grenze unserer Vorstellung“.
Das beste Beispiel in all meinen Autorenporträts ist Benjamin Fondane, der rumänisch-französisch Essayist, der in Auschwitz
ermordet wurde. Er ist nicht nur Augenzeuge, sondern auch Lebens- und Todeszeuge, beispielhaft für das Ende unserer Zivilisation,
das er selbst in seinem Werk vorweggeschrieben und gedacht, es dann mit seinem Leben eingelöst hatte, mit seinem Tod an dieser
unvorstellbaren Grenze. Durchlitten und von innen gesehen, was dieses Ende und diese Unvorstellbarkeit bedeutet.
„Ich warte auf dich Trompete der Angst, Katastrophe“,
1
schrieb er, und nannte die Historie eine Hure, die mitten im Absurden
menschlichen Daseins einen Körper vorzeigt, an den Vor-Schein glauben machen will. Er boykottierte sie mit Todesverachtung;
denn wo Körper sind, da ist auch der Tod. Er ließ alles hinter sich, wie früher Asketen und Heilige.
Schon mit 24 ließ er sein Land, seine Sprache (die rumänische) hinter sich, „ein Dichter, der im Jahre 1923 mit vierundzwanzig
Jahren verstarb“, wie er selbst über sich sagte. Aber auch in extremen Lagen, während der deutschen Okkupation Frankreichs,
wo er lebte, „unternahm er nichts, um der Verhaftung und dem Desaster zu entgehen“, schrieb mir E. M. Cioran, der mit ihm
befreundet war, – „im Gegenteil, er zog es auf mysteriöse Weise sogar an“.
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Die Concièrge soll ihn angezeigt haben. Im März 44 wurde er verhaftet, in Camp Drancy interniert: Im Oktober 44 wird er in
Auschwitz ermordet. Alles, was er bis zur letzten Stunde in dieser Richtung geschrieben hatte, war in jenem Augenblick, wo
er an der Endstation der Geschichte angekommen war, in jenem grauenhaften Augenblick, über den er nicht mehr Zeugnis ablegen
konnte, bestätigt worden.
Und lange vorher schon hat er die Kunst, die ja diese Erfahrung nicht einschließen kann, in seinen großen Essays (La Conscience
malheureuse; Faux-Traité d'esthétique) oder in Gedichten (L'exode: Super Flumina Babylonis) heftig attackiert und dies
zivilisatorische Wahnsystem, das zum apokalyptischen Jenseits unserer Vorstellungen führen musste – durch Ersatzreligionen, zu
denen auch die Kunst gehört, dafür verantwortlich gemacht, dass es die Hure Geschichte überhaupt so gibt.
Paradoxerweise aber war auch sie es, die absolute Todeskunst, die ihn anzog und steigerte: Einsicht in die Fatalität des
Geschehens – sein östliches Erbe. Und sein Leben empfand er wie in Sekunden-Schlägen: eine kafkaeske unendlich hinausgezogene
Exekution. Den Tod also als Erlösung, als Freund, einzige Gewissheit, in der man frei ist. Die Hoffnung kehrt sich um; das
Längstgewusste und Längstvergangene allein hat Zukunft.
Emile Cioran, mit dem ich befreundet war und 2 Jahrzehnte Briefe wechselte, schrieb mir:
Ich habe Fondane tatsächlich gut gekannt, weil ich in den furchtbaren Jahren mit ihm verkehrte. Ein ungemein verführerischer
Geist. Vor zwei Jahren ist hier ein ganzes Buch mit Erinnerungen an ihn veröffentlicht worden. Ich habe einen kleinen Beitrag
dazu verfasst.“
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Es handelte sich um ein Porträt von Fondane „6, rue Rollin“, das dann 1986 in „Exercices d´admiration“,
erschienen ist.
„Das Schicksal dieses wunderbaren Menschen verfolgt mich. Er hat nichts getan, um dem Unheil zu entrinnen, das ihn auf
geheimnisvolle Weise anzuziehen schien... Gerade heute habe ich aus Madrid einen Artikel erhalten, den ein spanischer Freund über
ihn geschrieben hat.
4
Sie finden darin einige Angaben und Verweise zu Fondanes Werk. Können Sie all diese Bücher nicht über einen
deutschen oder italienischen Verlag besorgen?“
Ja, das Rätselhafte an Fondane war, dass er wie prophetisch und mit dem Schicksal einig, diesem sogar „zuarbeitete“, was Cioran sehr
beeindruckte; Fondane blieb in Paris, weigerte sich den Judenstern zu tragen, eine „geheime Komplizenschaft mit dem Unausweichlichen“
vermutet Cioran, und eine „gewisse Faszination durch das Tragische“. 5
Überhaupt sah Cioran seinen Freund fast wie einen
alttestamentarischen Propheten an, mystifizierte und überhöhte ihn wohl auch ein wenig.
Fondane und Cioran haben in ihrer Grundauffassung Ähnlichkeiten. Vor allem Fondanes radikale Ablehnung des zivilisatorischen Wahnsystems
und aller Ideologien, die zum apokalyptischen Jenseits unserer Vorstellung führen musste, beeindruckte Cioran. Der Feind war für
Fondane der "Fortschritt", der die Toten auf dem Gewissen hat, seine Systeme, seine Ideologien, ja, seine Sprache gehören dazu.
Ein Mitmachen dabei ist für ihn ein Überlaufen zum Feind. Auch die Sprache, die Kunst seien längst ein Mitmachen: "Das Kunstwerk trat
in die Welt, als der Glaube schwand", schrieb Benjamin Fondane, der dann an der Endstation dieser Zivilisation sein Ende fand - in
Auschwitz.
Cioran wurde davon besonders beeindruckt, dass Fondane radikal alle Ersatzreligionen, Ideologien, Ideen etc., zu denen auch die Kunst
gehört, attackierte, sie dafür verantwortlich machte, dass es die "Hure der Geschichte" überhaupt gibt; Cioran war es ja, wie wir auch
aus dem zitierten Brief an seine Eltern sahen, wichtig, sich von seiner ideologischen “Jugendsünde“ zu befreien.
Voller Verachtung und Todesverachtung kam Fondane an jenen infernalen Grenzort an, wo alles, was die Geschichte hervorgebracht hatte,
ad absurdum geführt wurde. Auch die Sprache, und gerade sie! Und wir dürfen nicht vergessen, wie sehr Fondanes Leben und seine Sprache
eins waren. Cioran betont in seinem Porträt die Homogenität zwischen „Physiognomie und seiner Sprache“.
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Mit seinem Tod erlebte Fondane ihren Tod. In jenem grauenhaften Augenblick, über den er nicht mehr Zeugnis ablegen kann, war alles, was
er gedacht und geschrieben hatte, bestätigt worden. Angesichts der Gaskammer gilt kein Glaubens- oder Trostspruch mehr, geschweige denn
Literatur. Es war etwas offenbar geworden, was nicht seinesgleichen hatte. Fondane hat das, worüber wir nur nachdenken können, erfahren,
und dann ganz konsequent mit dem Leben bezahlt.
Cioran schickte mir mehrere Fotokopien, darunter den letzten Essay, den Fondane noch kurz vor seiner Verhaftung im März 44 geschrieben
hatte: "Le lundi existentiel et le dimanche de l'histoire" (Der Montag der Exstenz und der Sonntag der Geschichte). Und schließlich
schickte Cioran mir auch seinen kurzen Erinnerungstext "6, rue Rollin" über Benjamin Fondane; Cioran wusste, "dass er in ständiger
Gewissheit eines unmittelbar einbrechenden Unheils lebte.
Er fühlte sich ständig bedroht und war es tatsächlich auch. Vermutlich hatte er sich innerlich mit dem Schicksal, Opfer zu sein, abgefunden,
denn ohne diese geheimnisvolle Komplizität mit dem Unausweichlichen ... ist seine Ablehnung jeder Vorsichtsmaßnahme nicht zu erklären."
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Cioran hatte den Bericht eines Augenzeugen über die letzten Tage Fondanes im Krankenbau von Auschwitz und dessen Ende am 2. Oktober 1944,
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gelesen, und an Geneviéve Fondane in einem Brief geschrieben, es sei “ein so tragischer und herzzerreißender Bericht für alle, die Fondane
gekannt und geliebt haben“.
Am Ende des Berichtes heißt es: „Ich erinnere mich sehr deutlich daran, wie er zwischen den Bett-Reihen hin und her ging und seine gleich ihm
eingewiesenen französischen Freunde mit einer Decke auf den Schultern über einem schlechten Hemd besuchte (eine Hose hatte er sich nicht
beschaffen können). Er bewahrte trotzdem seine ganze Würde, erzählte über seine literarischen Erinnerungen, diskutierte über
die internationale
Lage, gerade so, als habe er sich in Paris in einem Salon inmitten seiner Freunde befunden. Manchmal stieg er auf sein Bett, setzte sich darauf,
und wir sprachen lange (...) Zwei Stunden später, am 2. Oktober nachmittags wurden sie mit Lastwagen abgeholt. Es waren nur noch die Juden da;
die Arier waren ins Lager zur Arbeit zurückgeschickt worden. Es regnete. Beim Aufruf ihres Namens kam einer nach dem anderen heraus und stieg
auf einen der Lastwagen. Sie waren siebenhundert.“
Am Ende des Berichtes heißt es: „Ich sehe Fondane noch aus dem Block kommen, aufrecht an den SS-Leuten vorbeigehen, seinen Jackenkragen schließen,
um sich gegen Kälte und Regen zu schützen und auf den Lastwagen steigen. Einer nach dem anderen fuhren die schwer beladenen Lastwagen nach
Birkenau ab. Zwei Stunden später waren unsere Kameraden vergast.“
(Der Essay über Fondane ist auch im Jubiläumsband unserer PEN erschienen: „Offene Fragen.“ Hrsg. Von Chaim Noll, Heidelberg 2005)
Und hier einige Zeilen aus dem Buch, die Stimme des siebenbürgischen Auschwitzapothekers Dr. Victor Capesius:
C: Im Januar 45 sind wir schon geflüchtet... aus Auschwitz. Am 30. September, also am 1. Oktober 44 kamen noch 2490 Leute aus Theresienstadt.
DS: Und die sind alle ermordet worden?
C: Nein. Da hat man 250 Männer und 250 Frauen zuerst mal rausgenommen. Und 1499 hat man vergast, sofort. Und die 500 hat man nicht tätowiert,
sondern ins Mexiko-Depot geschafft. 9
DS: Ich weiß nicht, wie ich gehandelt hätte, wäre ich in diese Maschine hineingekommen...
FC: Ich glaube, daß unter diesen Bedingungen eben doch andere Regeln gelten, andere Maßstäbe angelegt werden müssen...
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DS: Die Maßstäbe schon, aber man kam ja mit seinem normalen Gewissen da rein...
FC: Ja.
DS: Es ist unvorstellbar...
C: Es ist ja von den ersten Tagen immer wieder so: "sprechen", das sagt dir der nächste Bekannte, wenn er Sturmbannführer oder Obersturmbannführer ist,
nicht über diese Sache sprechen...!
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Dem entfliehen? Da hätte man Sie doch erwischt! Sie wären doch am nächsten Pfahl aufgehängt worden.
DS: Mir wären auch Selbstmordgedanken gekommen, ich weiß nicht.
(...)
C: Es konnte sich doch der einzelne nicht auflehnen ... und wir konnten unser Vaterland nur retten, wenn die Russen nicht herüberkommen ... aber wir
hätten das verhindern können, wenn man nicht alles verraten hätte...
DS: Also daß die Russen kommen?
C: Ja, sicher ... wir wußten, wie es uns geschieht, wenn Stalin kommt. Und das mußten wir bekämpfen. Dagegen mußte man dann eben so manches einstecken.
(Im Herbst 2006 erschein mein Dokumentarroman: „Capesius. Der Auschwitzapotheker“, im Dietzverlag Bonn).
Es geht um Opfer und Täter aus dem blutigsten Jahrhundert der Menschheitsgeschichte, dem Zwanzigsten. Und um Stimmen dazu fast ausschliesslich aus einem
weniger bekannten Kulturraum, dem rumänischen und rumäniendeutschen stammen, und doch, wir sehen es, dieser Raum hat einiges zu bieten.
Die beiden extremsten Stimmen darin sind Benjamine Fondane, der rumänisch-französische Lyriker und Essayist und der siebenbürgendeutsche Auschwitzapotheker
Capesius. Die bekannteste und profundste Stimme ist wohl wohl die von Paul Celan, er hat wohl am subtilsten diese neue Untergangszeit nach Auschwitz
beschrieben, auf deren Verdrängung auch unser heutiges Leben beruht.
S: Er zählte sich zu den Toten, war ein zufällig Überlebender, jedoch ein Zeuge. Er hatte seine Eltern in einem Todeslager verloren; sein Werk war von
Anfang an ein Totengespräch. Die Wunde war bei ihm so wirklich, dass Zorn bei ihm aufkam, wenn er nach literarischen Vorbildern etwa bei der "Todesfuge"
gefragt wurde. Unvergleichlich, unbeschreiblich ist, was geschehen war. Mitten in der Kulturlandschaft Europa:
„ER ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland
er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft...
Wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng/ ein Mann
wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen...“ (GW I, 39)
Ein Gedicht - oder Tat Sachen? Ein Gedicht aus Tatsachen?
"Das Grab in der Luft..., das ist, in diesem Gedicht, weiß Gott, weder Entlehnung noch Metapher", schrieb Celan auf die Frage nach literarischen Vorbildern
fast erbost 1961 an Walter Jens. 12
Dieses ist das Unvorstellbare, Unvergleichbare, Aus-der-Sprache-Gefallene; auch im Negativen - diese restlose
"Banalität", als wäre "bewiesen" worden, dass der Mensch das Nichtige, die pure Materialität ist, verschrottbar, vernichtbar Millionen zu Haarbergen,
Knochenbergen - vor allem zu Asche "verarbeitbar", auch der Tod vernichtbar, der Mensch eine Nummer, schicksalsloses Exemplar - sonst nichts. Nichts?
Ja, bei diesem "Nichts" setzt Celans Vers ein, beim verlorenen "Namen".
Und die Hoffnung? Ist es nicht absurd, zu meinen: sie gewinne Boden durch diese paradoxe Radikalität: Das Undenkbare nämlich beim Tod sei nun allgemein,
ja Geschichte geworden?
Überlebende, zu ihnen gehörten Jean Améry, aber auch Peter Weiss, haben sich gefragt, ob ein Weiterleben überhaupt noch möglich sei. Drastische Schuld
des Verschonten, survivor guilt. Celan entkam ihr nicht. Er fühlte sich auch ganz unmittelbar schuldig am Tode seiner Eltern, da seine Flucht zu ihrer
Deportation geführt hatte.
Vergessen als Schuld? Aufmerksamkeit, als Gebet der Seele? Ähnlich wie Kafka überkam Celan alttestamentarischer Zorn wegen dieses Schluderns der
Menschheit. Ist solch Rigorosität "krank"? krankhaft? Soll man die Gnade des Vergessens, wie auch der "späten Geburt“, der ebenfalls unbeschreiblichen
banalen Seichtheit dagegen halten, sie loben, weil "Leben" darauf beruht?
Dagegen stand Celans Gewißheit eines aufgebrochenen Grenzbewußtseins angesichts der Todeslager und der westlichen Zivilisation mit Hiroshima. Schon in
einem frühen Gedicht heißt es: "...Wir wissen es längst, doch was tut`s/ Ihr mahlt in den Mühlen des Todes das weiße Mehl der Verheißung,/ Ihr setzet es
vor unsern Brüdern und Schwestern -" (GW I, 35). Durch Gaskammern, den Lichtblitz der Bombe, den Gulag war das Unvorstellbare Geschichte geworden, und
wir, als Zeugen an der Grenze unserer Vorstellung, können uns nicht in das Gewohnte zurückziehen.
Wenn Sinn sein soll im Tode der Millionen Opfer, muß die schier aberwitzige Hoffnung eine Chance haben, dass eine Grenzöffnung zwischen Leben und Tod
stattgefunden hat, wie es in einem frühen Gedicht Celans heißt: "der geharnischte Windstoß der Umkehr, / der mitternächtige Tag, / es komme, was niemals
noch war! / Es komme ein Mensch aus dem Grabe." (GW I, 36).
Was ist es für ein Name? Für eine Mauer? Es waren wirkliche Mauern. Die Wunden wirkliche Wunden. Und man hört dabei nicht nur Schüsse; man denkt an
die Mauern einer als Duschraum getarnten Gaskammer. Darf man davon nur reden, gar darüber Gedichte schreiben? Lächerlich ist jede Begriffsbrücke, die
an jenem, von uns Lebenden nicht vorstellbaren, höllischen Augenblick des Erstickens vorbei greift, Anmaßung, und die begriffliche Sicherheit - reiner
Hohn. Moral, Worte, Verse? Blasphemie. Vom bewusstlosen, von all dem nichts wissenden naiven und reichen West-Alltag ganz zu schweigen.
Das Absurde, das Unfassbare allein spiegelt in unseren Mitteln etwas von jener Wahrheit: jene "nachzustotternde Welt“, die zu unserer gehört. Die
Vergangenheit vergeht nicht, sie war nie vergangen. Sind so nicht Leben und Schreiben nur noch von diesem Punkt aus ethisch möglich, von jener WUNDE
aus, die zugleich jenseits unserer Vorstellung ist?
Lassen sie mich jetzt vom Celan-Pendant, dem wichtigsten rumänischen Lyriker nach 45 Nichita Stãnescu sprechen.
Nichita ist nicht in meinem Band „Zeugen“ enthalten, obwohl er dazu gehört hätte. Doch er hat mich ein Leben lang als Kollege und Freund begleitet,
beeinflusst und beeindruckt. Ich habe schon 1968 seine Elegien übersetzt und veröffentlicht. Jetzt sind sie in neuer Fassung mit einem umfangreichen
Nachwort von mir im Pop Verlag Ludwigsburg erschienen.
In dem ich versucht habe, seine Zeugenschaft, was die rote Diktatur betrifft, zu analysieren.
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Vergessen wir nicht, beide Stãnescu und Celan kamen aus Rumänien. Celan schrieb auch viele rumänische Texte. Doch er hatte Glück, dass er dann Deutsch
schrieb, in einer Weltsprache. Nichita aber in der kleinen Sprache Rumänisch schrieb. Und so in Deutschland unbekannt blieb, während Celan zum wichtigsten
deutschen Lyriker nach 45 wurde.
Aber bleiben wir bei den Parallelen, die erstaunlich sind. Nicht zufällig glaube ich. Nicht der normalen, sondern der unnormalen Herkunft wegen: beide
gehen von Diktaturen und Namen aus, Celan sublimierte die braune Diktatur, Nichita die rote.
Celan sublimierte das Trauma der Nazizeit zur abgründigen Metapoesie, Stãnescu das Trauma der roten Diktatur; er bringt einen neuen Ton in die Weltlyrik,
der im Westen noch entdeckt werden muss, Im roten Osten gab es einen besonderen inneren Zustand, der fast schon vergessen ist, Nichita Stãnescu hat ihn
wunderbar in seinen Versen sublimiert und freilich- verschlüsselt – ausgesprochen, was aber den Wert seiner Poesie zeitgeschichtlich noch authentischer
macht und ihren Wert erhöht:
Interview für die DEUTSCHE WELLE (rum.)
Rumänisches Echo Dieter Schlesak
Doch zum Abschluss möchte ich einen anderen großen Autor, der aus dem Umkreis Cioran, Eliade, Ionesco kommt, und zum gleichen Niveau und Wert gehört,
jedoch völlig unbekannt blieb, weil er sich weigerte seine Sprache, die kleine rumänische aufzugeben, verraten“ nannte er das, den Boden verlieren, und
er forderte seinen Freund Emil Cioran auf, der ja französisch schrieb, zu ihr zurückzukehren! Es handelt sich um den grossen rumänischen Philosophen
Constantin Noica.
Lassen sie mich aus einem persönlichen Erlebnis, wo auch ich diesen „Verrat“ sehr stark spürte, aus den „Zeugen… vorlesen. Es geht hier allerdings nicht
um Sprache nur, sondern um einen noch tieferen Lebens- und Existenzverrat, der bis in die Wahrnehmung geht, die ich im Westen aufgeben musste, ich nannte
mein erstes Heimweh auch Wahrnehmungsheimweh:
Im Juni 1997 besuchte ich in Siebenbürgen Emile Ciorans Geburtsort Rãşinari, fuhr dann weiter zur Hohen Rinne/ Pãltiniş: Pãltiniş ist ein durch Constantin
Noicas Philosphen-Refugium berühmt gewordener Ort in den Südkarpaten. Noica ist seit 1987 tot. Sein Grab steht neben einem kleinen Kloster auf einer
Lichtung, umgeben von Buchen und hohen dunklen Tannen.
Mit einem Freund stand ich auf dieser Lichtung; aus der offenen Tür der Klosterkapelle war der monotone orthodoxe Wechselgesang eines Mönchs und einer
Nonne zu hören. Aus dem Wald dazu Vogelgezwitscher, Wasserrauschen in dieser harzig-würzigen Luft, rein wie kristallklares Quellwasser; und ich konnte
den aus der Kindheit vertrauten Geruch der gebirgigen Walderde und des Rauches von Holzfeuer wahrnehmen, es war wie ein Erinnerungsschock, denn nirgends
sonst gibt es den mineralisch-harzig-modrigen Geruch dieser Tannen-Aura der Karpaten. Eine Wand schien zu fallen, und ein Moment wahrer Empfindung von
Wirklichkeit war da - wie ein wiedergefundenes Glück.
Hier in Pãltiniş ist ein inzwischen im ganzen Land bekannter Kult- und Kulturort entstanden, den Noicas Meisterschüler Gabriel Liiceanu in seinem
"Tagebuch von Pãltiniş" so beschreibt:
"1975, kurz nach seiner Pensionierung, mietete Constantin Noica ein elendes Acht-Quadratmeter-Zimmerchen in Pãltiniş, einer Gebirgsstation nahe
Sibiu-Hermannstadt, 1400 Meter über dem Meer, 330 Kilometer von Bukarest entfernt, und übersiedelte in jene Berghütte.
Von jetzt an begann der spektakulärste Teil unseres Abenteuers. Wenn wir einige Tage Zeit hatten, eilten wir, seine drei, vier Schüler, nach Pãltiniş, in
jene totale Isolation der Bergeinsamkeit, "4000 Fuß über der Menschheit", wie Noica es nannte. Auf stundenlangen Spaziergängen oder in jenem mit Holzfeuer
geheizten Zimmerchen, fanden die faszinierendsten Gespräche statt, an denen ich je teilgenommen habe, die leidenschaftlichsten Auseinandersetzungen, es
wurden die subtilsten, schärfsten und freundschaftlichsten Kritiken (...) Diese Begegnungen fanden innerhalb von fünf Jahren, zwischen 1977 und 1981,
statt... " 13
Und das in einer Zeit, wo die Zensur auf Hochtouren lief, Hunger, Finsternis, Kälte herrschten, das Fernsehen fast nur noch die Heilige Familie der
Ceauşescus präsentierte.
Zu diesen Meister-Schüler-Begegnungen gehörte der klare Winter- und Schneeduft, wie Andrei Pleşu, Noicas zweiter Meisterschüler und nach 1989 kurz
Außenminister des Landes, in seinem Tagebuch festhält: Winter und das Späte, Posthume:
Noicas Leben war ein Balancieren auf einem hohen Drahtseil. Auch die letzten zwölf Jahre seines Lebens. Seit 1949 war er bewacht, verhört worden, hatte
er jahrelangen Zwangsaufenthalt in der kleinen Stadt Câmpulung; dann mußte er fünf Jahre politische Haft in den Kellern der rumänischen Gefängnisse
ertragen. Sein Leben immer gefährdet, wie hoch oben auf einem Seil, darunter der Abgrund. Sein Denken aber von profunder Sicherheit, eben aus jenen
unverlierbaren Quellen: seelische Ereignisse unter immensem Druck.
Sein Werk läßt an elementare und intensive Empfindung des Ursprungs denken: an den "genius loci", wie oben in Pãltiniş, an Tannenduft und Bodengeruch,
an Klöster und Märchen, an uralte Volksweisheit. Doch all dieses verbunden mit dem Geist der griechischen und deutschen Philosophie, denn hinter der
unmittelbaren Wahrnehmung steckt etwas anderes, und das zu erkennen ist nur möglich, wenn man ganz offen ist, den verborgenen Reichtum der Welt
mitzuerleben.
Es ging Noica daher immer um den "offenen Begriff", um erlebtes Denken, und dieses erlebte Denken ist nur möglich, wenn die Wände des Beschränkenden
und Vorgefaßten aufgehoben werden, man also in das überraschend Ungewohnte, Neue eingehen kann.
Aber dieses "Neue" ist nur für uns neu, da es immer schon da war, wie jene Aura des Gebirges, es zu Erkennen aber ist ein Schock der Wahrheit. Das
läßt an Nietzsche ("Werde, was du bist"), aber auch an die berühmte Bibelstelle aus der Bergpredigt denken: "Ändert euer ganzes Bewußtsein, denn das
Reich des Himmels ist DA..." 14
Auch Noicas Grundbegriff "întru" hat mit jenem Aufgehn und Mitsein in der Welt zu tun, mit dem immer neuen Zustand des Einzelnen. Es ist nicht
festlegbar und nicht übersetzbar: „Eine Suche innerhalb dessen, was schon vorher gefunden worden war.“
So Noica. Und stolz behauptet er: "Întru ist ein Ausdruck, der nicht nur Hegel gefehlt hat, er hat auch dem unruhigen Pascal gefehlt: jenes, du würdest
mich nicht suchen, hättest du mich nicht schon gefunden, könnte mit ihm gut ausgedrückt werden." 15
Doch er erkennt auch die okzidentale Guckkastenmetaphysik der künstlichen Trennung zwischen Mensch und Natur (zur besseren Beherrschung der Außen-Welt),
erkennt sie als Täuschung, denn alles ist mit allem verbunden, läßt sich nicht trennen.
Die "Natur" ist außen, sie kann beherrscht, ausgebeutet, vernichtet werden, so Noica, das Wesen, auch das Wesen der Natur jedoch ist nie in den Griff,
also auch niemals in den Begriff zu bekommen. Denn es ist die Berührung mit dem unerkennbaren Ganzen, dem Einen.
In seiner "Selbstdarstellung" (vom April/Juni 1985)
16
betont Noica sein Bemühen um diese Entwicklung des Noch-Unerkannten, der Berührung mit den
unerkannten großen Zusammenhängen eines Reichtums der Welt: Mathesis universalis nannte er es; sein erstes Werk, das 1934 erschien, trug diesen Titel -
und sein vorletztes, seine "Logik des Hermes" (1986), kam erneut darauf zurück.
Zusammengefaßt ist dieser Große Zusammenhang in der platonischen Idee des EINEN, bei Noica in der alten Metapher "Gott": Da die Eins, der einzige Nenner
von Sinn sei. Genau so setze Noica auch Gott... Er glaube auch nicht an die Welt, und er sage über sie nicht, dass sie wahr sei. Doch wenn er sie manchmal
denke, könne er sie nicht anders denken als so: mit Gott, dort, an ihrem Anfang, mit Gott hier, in ihren Verwandlungen und Verstellungen.
17
Das Aktuelle, das nur Sichtbare und Wahrnehmbare oder nur Subjektive an sich, verlor ohne diesen Zugang zum "Einen" und Einzigen (und die starke
Motivation, den Antrieb der eigenen Substanz dazu) seinen Wert.
Er hatte eine andere "Opposition" im Sinn, als die eines politischen Dissidenten. Und das war die oben beschriebene "Akademie" in den Bergen. Was Schulen
und Universitäten nicht leisten konnten, erreichte ein einzelner Mensch... Tausende von jungen Leuten pilgerten Jahr für Jahr aus allen Teilen des Landes
nach Pãltiniş, um mit Hilfe des "Seelentrainers" Noica eine Lösung für ihr Leben zu finden...
In den letzten Lebensjahren (Noica starb 1987) wurde er eine wahre Institution (wenn auch ganz aus der Nähe von der Securitate überwacht). Noica hatte
etwa zwanzig bis dreißig Schüler, die er unmittelbar ausbildete und einige tausend, die durch den Geist seiner Bücher geformt wurden.
Lorenzo Renzi schrieb in der Einleitung zur italienischen Ausgabe des Briefwechsels Cioran-Noica sogar:
„Noicas Tun, dem es gelang, im eigenen Land die Kultur vor dem Untergang zu bewahren, ist vielleicht die einzige Tat dieser Art in der Geschichte der
kommunistischen Staaten, jedenfalls ein sehr rarer.“
Neben diesen Zeugen der beiden brutalsten Diktaturen des 20. Jhdts. Noica, Fondane, Cioran, Celan gibt es in meinem Buch noch eine Reihe anderer
rumänischen und rumäniendeutschen Autorenporträts, so über Paul Goma oder Norman Manea, der als Fünfjähriger in ein KZ kam, dann Moses Rosenkranz,
der beide Diktaturen und den Gulag erleben musste, sowie andere Autoren.
Ohne jede Teilhabe und Zugehörigkeit erkennen und wissen lässt; auch die tiefste Wissenschaftserfahrung unserer Zeit weiß dieses und rechnet sogar in
jedem Experiment das Subjekt, den Beobachter als wichtige Größe mit hinzu, damit das Resultat wahr und exakt sei.
So sind auch diese Studien ohne die Erfahrungen des Autors und seine Teilhabe nicht denkbar, sie bleiben der Gradmesser des Inter-Esses und des
Erkenntnisgewinns, den ich an den Leser weiter geben möchte.
Es sind oft „erlebte“ Essays, die aus persönlichen Bekanntschaften und Freundschaften, so mit E.M. Cioran, Moses Rosenkranz, Alfred Margul- Sperber,
Norman Manea u.a. erwuchsen; oft beeindruckende und lebensverändernde Zeitzeugenschaften zweier Diktaturen und des Exils.
Es geht in diesem Buch also um drei Themenbereiche und Lebensformen, ich nannte sie einmal in einem Brief an Norman Manea die „drei Nullen“: die zwei
Diktaturen und die Geldwelt des Westens. Heute ist es die so genannte posttotalitäre globale Welt, die der Migration und des globalen Exils. Es gibt
einen neuen Totalitarismus, jenen der Ausweglosigkeit, den Totalitarismus des Marktes.
Und die Hoffnung? Es ist jene Grenze unserer Vorstellung, der Grenzgang in die neuen Zukunftsräume der Immaterialität, deren Vorentwurf schon in der
Kunst und in der Wissenschaft da ist, und eine grandiose Metamorphose vorbereitet, wie C.F. von Weizsäcker meint auch Constantin Noica, bei ihm
allerdings auf Hegels Weltentwurf bezogen, dass so die Eschatologie erfüllt und eingeholt werden könnte!
Es heißt ja, dass der angeblich so antiquierte Noica (völlig frei von jedem antikommunistischen Ressentiment) lange vor 1989 ahnungsvoll die Zukunft
einer neuen Wirklichkeit angekündigt habe, die alle Grenzen sprengen würde.
Schon in seinem Gefängnistagebuch wird dies überdeutlich, mehrfach vertritt er darin den Gedanken, dass sich jenseits der beiden entgegengesetzten
Welten tatsächlich etwas ganz neues herauskristallisiert: Kapitalismus und Kommunismus verlieren ihre Bedeutung zugunsten einer viel unfassbareren
Sache, einer dritten menschlichen Lebensbedingung, neu im Verhältnis zu jenen beiden, die nur von der (alten) Geschichte her kommen.
Um zu dieser neuen, noch undenkbaren und so hoffnungsvollen Synthese beizutragen, plante er ein Art Zukunfts-CAMPUS bei Hermannstadt-Sibiu, also in
der alten mitteleuropäischen Kulturlandschaft Transsylvanien, wo sich Orient und Okzident, Philosophie und Technik, Religion und Wissenschaft, Poesie
und Mathematik begegnen sollten. Er hatte durch die bitteren Gefängniserfahrungen den Mut nicht verloren, sondern eine andere, neue Einsicht gewonnen.
Noica hoffte auf eine neue Meta-Physik, eine Überwindung des gegenwärtig in Ost und West herrschenden simplen Materialismus. Und er sah in der Zukunft
auch eine Chance für das unverbraucht Geistige im Osten.
1
Alle Fondane-Zitate zu diesem Aufsatz in: Akzente, Zeitschrift für Literatur. Herausgegeben von Michael Krüger.
Begründet von Walter Höllerer und Hans Bender. 33. Jahrgang. Heft 3. Juni 1986, S. 252ff. In den “Akzenten“
erschienen sieben Gedichte, “Wilde Sprache“, das Vorwort zu „Privelişti“, und dann Fragmente aus “Rimbaud, der
Ganove“ und Fragmente aus dem “Falschen Traktat der Ästhetik“.
2
Vgl. E.M. Cioran: Benjamine Fondane (Anm.)
3
Numéro spécial de Non Lire paru en 1978, Edition Plasma. Hsg. Von M. Carassou, mit dem ich dann auch in Kontakt trat.
4
Es handelt sich um einen Artikel von Fernando Savater „El enemigo son los judíos, in „El Pais,“ 12 oct.1980.
5
Mircea Martin (Anm. 23). Dazu auch ein vor kurzem erschienener Aufsatz von Alexander Kunz: Sisyphos ist nicht glücklich.
Zum 60. Todestag des französisch-rumänischen Philosophen, Dichters und Essayisten Benjamin Fomdane. In: versa 4, herbst
o4, S. 25ff.
6
Cioran (Anm.15). Und Dazu Eugène Van Itterbeek. In: Cahiers Emil Cioran. Approches Critiques v. Textes réunis par Eugène
Van Itterbeek. Leuven 200,. S. 29.
7
Cioran: Benjamin Fondane. Anm. 29.
8
A. Montagne: „Les derniers jours de Benjamin Fondane“. In: Les Lettres Françaises. 26 avril 1946, reproduit dans Non Lieu 1978.
9
260 Mexiko-Depot. Zwangsarbeitsnebenlager.
10
261 In der Psychiatrie spricht man von "Zustandsgrenzen".
11
262 Wegen "Defaitismus" wurde der Vorgänger des Dr. Capesius Kremer erschossen. Und viele wurden wegen "Defaitismus" aufgeknüpft,
in Plötzensee mit dem Fallbeil hingerichtet.
12
13
Gabriel Liiceanu: Jurnalul de la Păltiniş. Und model paideic în cultura umanistă. Ediţie revăzută. Bucureşti 1991, S. 10
14
Luther hatte Math.3,3 der Seligpreisungen falsch übersetzt: „Tuet Busse, denn das Reich des Himmels ist nahe herangekommen“.
Vgl. C.F.von Weizsäcker : Im Garten des Menschlichen. Beiträge zur geschichtlichen Anthropologie. S. 489-491.
15
Constantin Noica: Cuvînt împreună despre rostirea Românească. (Anm.414) S. 31.
16
Constantin Noica: Selbstdarstellung. In: De dignitate Europae. Aus dem Rumänischen von Georg Scherg. Bukarest 1988, S. 140.
17
Ebenda. S. 126-131.
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